Sonntag, 15. Januar 2012

Ein Jahr in weiss

Es ist soweit, die Freunde werden erwachsen. Sie bauen Haeuser, kriegen Kinder und machen sich gegenseitig Heiratsantraege. Dieses Jahr gibts dann wohl gleich 3 davon. Wobei ich mir schon sicher bin, dass eins kirchlich wird, eins standesamtlich und beim 3. bin ich mir nicht sicher. Wobei mir es vor dem kirchlichen Part am meisten gruselt. Ich war soooo lange nich tmehr in der katholischen Kirche und mein letztes Mal vor ca. 5 Jahren, als es eine Hochzeit gab, hat mich total schockiert. Da denkt man ja, weil den Katholiken die Ehe heilig ist, dass so ne Messe mit viel Tamtam gemacht wird, bzw. dass zumindest der Pfarrer total gut vorbereitet ist. Und dann sitzt man da in einer der hinteren Reihen, weil man ja nur mit dem heiratenden Paar befreundet ist und nicht zur Familie gehoert. Und nach ca. 5 Minuten moechte man gerne die Haende ueber dem Kopf zusammen schlagen, weil man das Fremdschaemen fast nicht mehr aushaelt. Da stellt man fest, dass der Pfarrer ne Niete im Reden halten ist und er seine Texte vorher anscheinend nicht einmal durchgelesen hat. Da schuettelt man den Kopf ueber die Verwandschaft, die zwar orthodox-katholisch zu sein scheint, aber von dem Ablauf inner Kirche keinerlei Ahnung hat. Man ist peinlich beruehrt, wenn der Pfarrer anfaengt ein Liedchen zu traellen und die kleine Gemeinde peinlich in ihr Liederbuch guckt, sich aber weigert mit zu singen. Was dann auch der Pfarrer mit einem witzigen Kommentar das Einzige, was gut an der gesamten Messe war auch bemerkt und seine kleine Gesellschaft etwas blossstellt. Wohl in der Hoffnung, dass sie beim naechsten Liedchen ihren Schatten ueberspringt und doch mitsingt. Immerhin will man doch dem Brautpaar eine schoene Hochzeit bereiten. Aber... die Gesellschaft scheint schlau zu sein. Hat der Pfarrer doch schon bemerkt, dass keiner singen will, ersticken beim naechsten Lied auch die 2, 3 Stimmen, die versucht haben ganz leise mit zu singen. Und man sitzt in der hinteren Reihe und denkt sich "Oh mein Gott, sollte ich jemals in meinem Leben heiraten sollen, dann auf keinen Fall kirchlich. Das ist ja mehr als erbaermlich" Und man hat irgendwie sehr viel Mitleid mit dem Brautpaar, was vorne vorm Altar steht, immerhin weiss man, bzw. hat vorher gesagt bekommen, wie wichtig den beiden so eine kirchliche Trauung zu sein scheint.

Na gut, 4 Wochen nach der Hochzeit haben se sich ja schon wieder getrennt. Schien ja dann doch nicht so wichtig gewesen zu sein.Oder die schlechte Durchfuehrung der Trauung hat denen den Rest gegeben.

Na hoffen wir einfach mal, dass diese Jahr besser wird. Waere dem kirchlich trauenden Paar zumindest zu wuenschen. Immerhin sind ja ja schon seit fast einem Jahr standesamtlich verbunden und bisher macht es nicht den Anschein als wenn sie sich trennen wollen wuerden. Sie haben gerade einen super Fang mit einer Wohnung gemacht. Nebenbei angemerkt, bin ich darauf tierisch neidisch. Ich such hier seit Wochen ne Wohnung und dann kriegen die son Monsterdingen angeboten, was super guenstig ist, mega gross und dann koennen se sich auch noch sowas wie Bodenbelag und Fliesenfarbe auswaehlen. Gut, das Dorf in dem die Wohnung liegt, schien am Anfang nicht perfekt gewesen zu sein. Aber selbst ich habe festgestellt, bei so nem Angebot wuerde ich hier auch aus der Stadt in die Vorstadt ziehen.Aber ich bekomme so etwas ja nicht angeboten. Mir werden Bruchbuden vorgestellt und die Vermieter gucken komisch, wenn man sie auf den katastrophalen Luftzug an den geschlossenen Fenstern hinweist oder auf den super schlecht verlegten Laminatboden. Aber oke, geht hier ja nicht um mich. Leider. Immerhin weiss ich seit den letzten Zwei Hochzeiten, dass man selbst den Standesbeamten gut auswaehlen muss. Wobei sich mir schon ne andere Frage stellt. Muss ich den Standesbeamten aus der Gemeinde nehmen, wo ich heirate? Oder kann ich mir z. B. auch n Standesbeamten aus dem Norden buchen, wenn ich irgendwo im Sueden heireten werde? Also wenn das nicht geht, dann wuerde ich in Erwaegung ziehen nach dem Arbeitsort des Standesbeamten zu gehen. Vielleicht lag es daran, dass der Bruder meines Freundes damals auf nem Berg geheirtatet hat. Gut, es wurde so dargestellt, weil die beiden gerne auf Berge steigen, aber ich koennte wetten, denen hat der Standesbeamte in ihrem Dorf/ihrer Gemeinde so gar nicht zugesagt und daraufhin wurde nach ner guten Alternative gesucht. Und sie haben die perfekte Tarnung gefunden.

Bei meinem Bruder schien es aehnlich gewesen zu sein. Anstatt, dass sie in der Heimat meines Bruders geheiratet haben, haben sie in der Heimat seiner Frau geheiratet. Gut, beide wohnen nicht mehr in der Heimat, aber immerhin ihre Eltern wohnen da noch. Bei unserere Familie waere es ja auch schwer gewesen, obwohl die Auswahl gross gewesen waere, wir sind mittlerweile so verstreut, dass man sich einen Ort in ganz Deutschland aussuchen koennte. Aber der Standesbeamte schien fuer die beiden ganz oke gewesen zu sein. Gut, war er ansich auch. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich gedanklich teilweise bei der Vermaehlung etwas abgeschwiffen bin. Der Standesbeamte hatte jetzt halt nicht die fesselnde Art, die es schaffen konnte meine Aufmerksamkeit einzufangen. Mach ich ihm aber keine Vorwurf draus, ist halt auch nich so einfach. Aber kommt halt davon, wenn er von Dingen erzaehlt, wo ich mir denke "Wat  hat das denn nu mit der Hochzeit zu tun?" Ja ich weiss... ich bin da etwas... neutral eingestellt. Ich finde heiraten jetzt ja nicht unbedingt so ruehrselig wie jeder andere und heule Wasser und Rotz oder freu mir n Keks. Ich bin froh, wenn die Zeremonie vorbei ist, die beiden da vorne nu Mann und Frau sind ach und was waren sie vorher? und man zum Aperitif vordringen kann.

Sollte ich jemals in Erwaegung ziehen selbst zu heiraten muss ich es unbedingt schaffen nen guten Standesbeamten zu finden kirchlich kommt mir ja eh nicht ins Haus, bin ja von der Himmerl-Hoelle-Sache ziemlich befreit , sonst schweif ich in meiner eigenen Hochzeitszeremonie soweit ab, dass ich bei der Frage "Moechten Sie diesen Mann zu ihrem Ehemann nehmen?" Mit "Tschuldigung, was haben sie grad gesagt?" kommentiere. Oder einfach nur schweige, weil ich mich immer noch meinen Tagtraeumen hingebe. Da koennte mir mangelndes Interesse unterstellt werden.

Na schauen wir mal, was dieses Jahr so bei rum kommt, wenn sich wieder einige Menschen das Ja-Wort geben und das Versprechen immer und ewig zusammen zu sein. Jajaja... immer und ewig, in guten wie in schlechten Zeiten, bis dassd der Tod euch scheide... Wie ist das eigentlich? Koennte man n Mord damit belegen, dass einem die Kirche ja keine andere Wahl gelassen hat? Ich meine, da ist ja fast wie Erpressung. Da sagt einem die Kirche, man soll treu sein, gut sein, seinen Partner respektieren, aber wenn der Partner das nicht tut, haste nicht mal das Recht auf Rueckgabe.

Schauen wir mal, was das Jahr so bringt und hoffen wir noch, dass keins der drei Paare am gleichen Tag heiraten will  und auch keiner von denen sich das 1. Juni-WE aussucht. Denn ich muss sagen, am 1. Juni-WE bin ich schon ausgebucht und das werde ich  bestimmt nicht fuer ne Hochzeit ueber Board werfen.

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