Freitag, 3. August 2012

Nicht Rauchen

So, mein Implantat ist also seit knapp 3 Wochen im Kiefer.
Die erste Woche war ein wenig nervig. Da waren die Faeden noch drin und die haben an der Zunge gepiekst. Ansonsten muss man sagen, gehts eigentlich. Gut, das operieren unter oertlicher Betaeubung ist meistens nicht so prall. Wenn man zum Beispiel merkt, mit wie viel Kraft der Zahnarzt mit seinem Bohrer ein Loch in den Kiefer fraest. Und mit was fuer einem Schraubendreher er spaeter das Implantat fest im Kiefer verschraubt... alles irgendwie eher unprall. Aber... wenn die Betaeubung weg ist tut nichts weh. Haette ich anders erwartet, ist aber eigentelich logisch, denn im Knochen sind ja keine Nerven. N bisl gemerkt hat man dann das Abheilen des Zahnfleisches... Weh getan hats aber nicht, war einfach nur irgendwie nervig, hat sich komisch angefuehlt. Das Nervigste an der ganzen Sache war aber, dass ich die erste Woche nichts an die rechte Seite kommen lassen sollte. Also erstmal auch nicht auf der rechten Seite pennen. Ich glaub, das war so mit das Schlimmste. Zumindest wenn man gewohnheitsmaessig ein Seitenschlaefer ist. Immer nur links ist irgendwie monoton und wird nervig. Auch nerevig waren dann die Faeden, aber die sind ja nun seit 1,5 Wochen schon draussen. Jetzt schmeckt man manchmal das Metall im Kiefer. Immer wenn man sich zu sehr anstrengt oder schwitzt was super ist, denn hat ja draussen teilweise nur 30 Grad... wie solll man da nicht schwitzen.... dann weiss man halt, dass man alles etwas ruhiger angehen muss.

Was am Anfang aber ziemlich einfach war, war das nicht Rauchen. Haett ich mir irgendwie schwerer vorgestellt. Zwei Tage vor der OP sollte es eingestellt werden. War n bissl fies, da die OP Montags war und wir am Samstag noch auf erwaehnter Abschiedsfete waren. Hab halt nicht wirklich viel getrunken, dann fehlten die Kippen nicht ganz so sehr. Nach der OP war mir dann erstmal eh nicht so unbedingt nach Rauchen. Da hab ich mich bemeuht nichts zu machen. Wirklich gar nichts. Und wer mich kennt weiss wie schwer mir das faellt. Gott, bin ich mir diese eine Woche selber aufn Sack gegangen. Inne Sonne durfte ich da auch nicht, aber das Wetter war da ja auch gottseidank nicht so prall, sozusagen eher unprall. Nichtstun ist mindestens genauso nervig wie nicht auf einer bestimmten Seite pennen zu duerfen.

Heute war ich dann wieder beim Arzt. Nachchecken ob alles soweit ok ist. Und wie gewohnt kam ein "Das sieht gut aus" bei rum. Auf meine Frage, wann ich denn wieder rauchen duerfe das ist momentan das Nervigste, neben dem kein Sport machen zu duerfen sagte mein Zahnarzt natuerlich, ich soll nicht rauchen und ich sagte ihm, dass das aber total nervig ist und er erwaehnte, dass ich doch jetzt schon 4 Woche nicht rauche und ich verbesserte ihn, dass es gerade mal knapp 3 Wochen waren. und er meinte wiederum, dass ich doch dann uebern Berg bin, von wegen Abhaengigkeit und ich erklaerte ihm dann wiederum sehr nett, dass es hier nicht um Abhaengigkeit gehen wuerde sondern um Gewohnheit. Warum meinen eigentlich immer alle, dass die Abhaengigkeit so schlimm waere? Die Gewohnheit ist hier eigentlich der Boesewicht. Abhaengigkeit gibts bei anderen Drogen.

Als ich die Arztpraxis verlies hab ich dann nochmal ganz lieb gefragt, ob es nicht doch ok waere, wenn ich abends vielleicht so 2 - 3 rauchen koennte ob ich es dann machen wuerde sei dahin gestellt... hier wuerd auch wieder der Vergleich mit der Badewanne funktionieren. und was macht mein Zahnarzt, er schmunzelt und sagt ich soll nicht rauchen. Bis das Implantat eingewachsen ist... so 3 Monate.In diesem Moment hab ich echt gedacht, meine Fresse, warum wollte ich nochmal ein Implantat?

Erstmal googlen. Google hat aber auch nur erwaehnt, dass es fuer Raucher ein erhoehtes Risiko fuer Komplikationen gibt. Ungefaehr zehnmal so hoch wie normal. Aber was ist schon normal? Dass es hin und wieder Komplikationen gibt, kommt ja vor, passiert ja bei jeder Art von OP mal, irgendwo gibts da halt wen, der vertraegt dieses oder jenes nicht. Aber im Verhaeltnis zu den gesetzten Implantaten sind Komplikationen eher selten. Also das zehnfache von selten ist? Tja...

Dann findest du noch die Links in denen Leute sagen, dass manche Aerzte Rauchern gar keine Implantate einsetzen und Links, die sagen, dass ein Arzt keinem ein Implantat einsetzt, der mehr als 5 Kippen pro Tag raucht was macht der Arzt eigentlich mit Luegnern? und natuerlich noch Links, die aussagen, dass der Patient das mit dem Rauchverbot nicht wusste, das Implantat aber bis heute unbeschadet haelt. Im Netz findest du sowieso imme die Antworten, die du gerade brauchst und ein paar andere du musst nur lang genug suchen. Dann gibts noch ein paar zahnaerztliche Links in denen steht, dass das Einheilen ca. 2-3 Monate benoetigt.

Mein Arzt hat ja bisher immer nur gelobt, wie toll das schon aussieht. Da hoffe ich doch ganz stark mal auf eher 2 als 3 Monate, Aerzte uebertreiben ja eh immer, was irgendwelche Gesunheitssachen angeht. Muessen se ja, nachher verklagt sie sonst noch wer, weil se jemandem etwas zu frueh wieder erlaubt haben. Also sagst du dir, bis Ende August wartest du noch, dann sinds ja schon 1,5 Monate. Aber auf den ganzen Hochzeiten, die im September folgen, da kann dich dein Arzt mal, da rauchst du dann halt, wenn dir danach ist. Einmal in der Woche n bisl rauchen kann ja nicht so schlimm sein, zumindest nicht, wenn das Ding im Kiefer schon zur Haelfte angewachsen ist.

Wer weiss, vielleicht hab ich ja bis dahin schon gar keine Lust mehr auf Zigaretten obwohl mein Freund mir immer prophezeit, dass ich das sowieso nicht schaffe, ein Bier oder das Fuenfte und ich rauch sowieso wieder oder ich rauche ein paar und muss es mir danach erstmal wieder verkneifen. Vielleicht werd ich ja nach den gesamten 3 Monaten zum Nichtraucher. Ich will nur erstmal dieses dumme Verbot los werden, von wegen ich darf nicht, was ich dann mache ueberleg ich mir noch. Verbote sind nervig. Mindestens so nervig wie nicht auf einer bestimmten Seite liegen zu duerfen.

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