Freitag, 14. Februar 2014

Alles egal



Ja, da war es gestern Morgen wieder mal so weit.
Ich wurde mit Geschrei geweckt. Daraufhin folgten Tuerenknallen, noch mehr Geschrei, nochmal Tuerenknallen, Geschrei im Hausflur und dann wurde irgendetwas in der Wohnung gegen die Wand geworfen. Oder auf den Boden, so genau konnte ich das Geraeusch nicht deuten. Hat sich irgendwie nach umgefallenem Schrank angehoert. Ich lag also um 6 Uhr im Bett und war wach. Gut, im Gegensatz zu 3 Uhr nachts ist das ja schon mal ein Fortschritt. Es ist noch aergerlich, aber bei Weitem nicht ganz so schlimm. Immerhin hat man bis dahin mindestens 6 Stunden Schlaf gehabt.

So lag ich also heute Morgen in meinem Bett und mich ueberkam ein kleines Laecheln. Manche moegen jetzt denken, nun ist sie voellig abgedreht. Mir hingegen kam nur ein Gedanke…. Zweieinhalb Monate noch. Also hab ich mich im Bett umgedreht und gehofft, dass es vielleicht nachlaesst oder ich dennoch wieder einpennen kann. Ne Viertelstunde spaeter war mir klar, das klappt nicht, also konnte ich auch aufstehen. Wuerde ich halt mal ein bisschen frueher zur Arbeit fahren, mach ich halt frueher Feierabend, auch nicht dramatisch. Und waehrend ich aufstand, dachte ich mir schmunzelnd… Ja, schrei du mal, du Stueck. Lauter. Laenger. Ja genau, knall die Tuer, bis sie aus den Angeln fliegt. Und reg dich noch ein wenig mehr auf. Komm schon, das kannst du besser. Da geht noch was. Schrei dich so richtig in Rage.

Tat sie auch. Wie immer eben. Mein vorheriges Gestampfe auf den Boden hat sie ja noch nie zum Schweigen gebracht. Ich glaube aber, irgendwann hatte ihr Mann keine Lust mehr sich das anzuhoeren und man hoerte noch ein Tuerenknallen und sie vor sich herschimpfen. Leider versteht man nicht immer alles, aber ihrem Geschrei zufolge, hat sie sich darueber aufgeregt, dass er abgehauen ist. Und ich fragte mich ernsthaft, wieso er dafuer 15 Minuten gebraucht hat. Wahrscheinlich musste er sich auch erstmal ordentliche Klamotten anziehen, noch ist es draussen ja ziemlich kalt, da musste dich schon gut einpacken, wenne ne Stunde spazieren gehen willst bis Madame sich wieder beruhigt hat.

Waehrenddessen ging ich friedlich ins Badezimmer und freute mich schon darauf, dass ich meinen Arbeitsplatz mindestens eine halbe Stunde frueher verlassen koennen wuerde. Zweieinhalb Monate. Das geht so schnell vorbei. Und ich scharre zuhause schon mit den Fuessen und wuerde am liebsten schon mein ganzes Hab und Gut in Kisten packen. Waere doch lustig, wenn da einer zur Wohnungsbesichtigung kommt und fragt, wann die Wohnung frei ist, weil alles schon schoen ordentlich verpackt ist und ich sage…. 01. Juni. Definitiv nicht frueher. Vielleicht wird ihm dann klar, dass hier im Haus irgendetwas nicht stimmt.

Zudem ueberlege ich mir noch, was ich auf die Frage, sollte sie kommen, warum ich ausziehe antworte. Sowas wie: „Das merken Sie selber schon noch frueh genug.“ Oder: „Was geht n Sie das was an?“ oder „Das kann Ihnen Ihre zukuenftige Vermieterin bestimmt erklaeren!“ oder einfach nur „Dazu werde ich nichts sagen.“ Wobei die letzten beiden Sachen mich weniger in Schwierigkeiten bringen, nachher heisst es noch, ich haette neue Mieter daran gehindert, dort einzuziehen. Da musste schon ein wenig aufpassen. Und auch wenn mir einige schon gesagt haben, es waere ja mies, den neuen Mieter so ins Messer laufen zu lassen, so kann ich nur sagen, tja, das ist dann nicht mehr mein Problem und wegen sowas bring ich mich selbst bestimmt nicht in irgendwelche Schwierigkeiten. Zudem hat mir ja auch keiner gesagt, was fuer Idioten hier wohnen. Und vielleicht zieht ja mal einer hier ein, der so ist wie die anderen Mieter, laermt entweder selber rum oder lauscht an Nachbars Tuer oder es stoert ihn gar nicht, wie den Rest der Nachbarn. Weiss man ja nie.

Aber das kann mir jetzt alles egal sein. Wir haben heute nachmittag unseren Vertrag unterschrieben. Um 15 Uhr war es dann endlich so weit. Gut, man mag meinen Vertrag unterschreiben dauert nicht so lang, vielleicht ne halbe Stunde. Aber jetzt bin ich doch froh, dass ich vorher einkaufen war. Wir sassen naemlich ueber 2,5 Stunden zusammen. Die erste dreiviertelstunde ging es wirklich nur um den Vertrag und einige Fragen die wir noch hatten, zwecks Malerarbeiten der Maler koennte ja statt alles weiss gleich ein wenig Farbe an die Wand bringen Gartenzaun, Fernsehanschluesse etc. pp. Danach haben wir uns dann irgendwie verquatscht. Unsere neue Vermieterin, bzw. ihr Sohn, der steht ja als Vermieter drin, sind unheimlich nett und uns zweien sehr symphatisch. Und ich glaube, das hat auch die Makelrin fallen lassen, das beruht auf Gegenseitigkeit. Ihr Mann ebenfalls, den sollte wir hier ja nicht vergessen. Und eins hat die alte Dame mit meinem Freund gemeinsam, sie fahren unheimlich gerne schnell Auto. War schon irgendwie witzig. Und ich freu mich noch mehr auf das Haus, immerhin wissen wir jetzt schon, dass wir mit den Vermietern unheimlich gut klarkommen werden.

2 Kommentare:

  1. Die m. E. besten und unverfänglichsten Aussagen bzgl. eines Ausziehgrundes:
    Ich brauche mehr Wohnraum!
    Ich ziehe mit meinem Partner zusammen.
    Ich bekomme ein Kind...

    *ducken&weg*

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  2. Jo, wenn man was unverfaengliches sagen will sind die Gruende in Ordnung. Ich moechte aber eigentlich ungern so tun als waere mit der Wohnung bzw. den Mitmietern alles ok. Denn das ist es nun mal ganz und gar nicht. Aber ich hab ja noch Zeit und irgendwas wird mir bis dahin schon noch einfallen...

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